Mit der Vorstellung vom idealen Selbst zu mehr Effektivität! –
Oder: Fallstricke in der Selbstwahrnehmung von Führungskräften

Haben Sie als Führungskraft ein ideales Selbst vor Augen, an dem Sie sich
orientieren? – Wenn Sie eine Vorstellung davon haben, wie Sie als Führungs-
kraft sein bzw. handeln sollten, sind Sie auch motiviert, ihre Fähigkeiten
entsprechend auszubauen.
In diesem Zusammenhang ist es aber oft die Wahrnehmung der
Führungskraft selbst, die eine gezielte Optimierung des eigenen Führungs-
verhaltens verhindert.

Manche Führungskräfte lassen sich von dem verzerrten Bild täuschen, dass
Mitarbeiter ihnen zurückspiegeln. Das Feedback von Mitarbeitern – sei es
mündlich oder über Verhalten vermittelt – fällt immer graduell positiver aus,
als es der Realität entspricht. Dies ist dadurch zu erklären, dass Mitarbeiter
Kritik am Verhalten ihres Vorgesetzten eher zurückhalten.

Eine Meta-Studie, bei der Beurteilungen von 28.000 Managern verwertet
wurden, ergibt: je höher die Position, desto weniger aufschlussreich ist
das Leistungsfeedback.
Hinzu kommt in diesem Kontext ein Effekt bei der Selbstwahrnehmung. In
einer psychologischen Studie wurde nachgewiesen, dass Geschäftsführer,
die für die am wenigsten erfolgreichen Unternehmen tätig sind, ihre Fähig-
keiten am meisten überschätzen (vgl. Kruger and Dunning 1999).

Auch die Tatsache, dass einige Führungskräfte von sich aus kein Feedback
einholen, ist durch die Selbstwahrnehmung der Führungskräfte zu erklären.
So denken etwa Führungskräfte des Topmanagements, dass Sie sich nicht
mehr ändern bzw. weiterentwickeln können. Es fehlt der Glaube daran, dass
die eigenen Fähigkeiten weiter optimiert werden können (vgl. Golemann
2003). Ein folgenreicher Irrtum: Entwicklungspotentiale der Führungskräfte
werden nicht ausgeschöpft. – Chancen, in der Mitarbeiterführung erfolgreicher
und effektiver zu werden, bleiben ungenutzt.

 

Dr. Timo Müller leitet das IKuF – Institut
für Konfliktmanagement und Führungs-Bild Dr. Timo Mller 1
kommunikation (www.ikuf.de). Er ist Doktor
der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
und promovierte im Feld der Konflikt-
forschung. Als Experte für „erfolgreiches
Konfliktmanagement" und „gelingende
Feedback-Kommunikation" engagiert
er sich im deutschsprachigen Raum
als Business-Trainer, Vortragsreferent,
Konfliktmoderator/-coach und Autor.
Er leitet neben Inhouse-Kursen auch
offene IKuF-Kurse in den Regionen
Köln, Hamburg und München.

 

Lesen Sie inhaltlich anknüpfend an diese Thematik bitte hier weiter
(siehe Punkt 3).

 
 

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