(Anmerkung der Redaktion: 
                   Die Inhalte des Textes sind auch für Hausbesitzer nutzbringend.)

 

In jeder Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), aber auch zwischen
Nachbarn, gibt es Konflikte. Denn oft treffen verschiedene Interessen
aufeinander. Die Tipps des Instituts für Konfliktmanagement und
Führungskommunikation (IKuF) helfen, Auseinandersetzungen
konstruktiv auszutragen und ein friedliches und produktives
Miteinander
in der Nachbarschaft zu erreichen.

In Konfliktmanagement-Trainings im beruflichen Kontext lernen die
Teilnehmer(innen), Konflikte zu verstehen und in Konflikt-Situationen
produktiv zu handeln. Im privaten Rahmen ist eine solch intensive
Beschäftigung mit dem Thema „Umgang mit Konflikten“ meist nicht
möglich.

Kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Nachbarn oder
Eigentümern, versuchen daher viele Haus- und Wohnungseigentümer
bzw. Verwaltungsbeiräte von WEGs, die Konflikte mit „Bordmitteln“ zu
lösen. Mit anderen Worten: Sie wenden eigenes Alltags- bzw.
Erfahrungswissen an, um Lösungen zu finden. Bei manchen
Konflikten zwischen den Eigentümern oder mit dem Verwalter reicht
dieses Wissen jedoch nicht aus.

Für die Lösung von komplexen (insbesondere bereits eskalierten)
Konflikten sind professionelle Konfliktmanagement-Kenntnisse
erforderlich.


IKuF-Tipp 1:  Machen Sie Ihr Gegenüber nicht zum
                                                      Alleinschuldigen

Es ist einfach und daher häufig zu beobachten: Die Ursache des
Konflikts wird im Verhalten des Gegenübers gesucht und gefunden.
Der Konflikt wird als Ergebnis einer „Charakterschwäche“ des anderen
erlebt, er wird zum Schuldigen: Die Charakterzüge des Gegenübers
sind nur schwer zu verändern. So habe ich – als Konflikt-Beteiligter –
scheinbar keine Möglichkeit, in konstruktiver Weise auf den Konflikt
Einfluss zu nehmen.

Der Konflikt wird durch diese einseitige Wahrnehmung aber nicht
gelöst, sondern die Situation verhärtet sich nur. Erkennen Sie, dass
ein Konflikt – wie jede Kommunikation – eine Interaktion ist. Es gibt
Wechselwirkungen. Auch Sie selbst tragen zur Konflikt-Dynamik bei –
mit Absicht oder aus Versehen. Reflektieren Sie daher Ihr eigenes
Verhalten im Konflikt!

 

IKuF-Tipp 2:  Verlassen Sie nicht den „Boden der
                               respektvollen Kommunikation“


 „Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren
  und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.“

                                                                                             Mahatma Ghandi

Jeder Austausch von Meinungen und Interessen wird unproduktiv,
wenn ein Beteiligter nicht mehr respektvoll kommuniziert. Der Auslöser
für eine respektlose Kommunikation ist meist Ärger oder Wut.

Diese Gefühle werden in der Regel durch den Inhalt des Konflikts
ausgelöst. Sie führen zu einem forschen Tonfall oder zu aggressiven
Formulierungen wie „Das ist doch Blödsinn, was Sie da sagen!“.

Im Zorn werden dem Gegenüber teilweise auch böswillige Handlungen
unterstellt: „Sie tun das doch nur, um …“.

Zusätzlich neigt der im Streitgespräch emotional Getriebene zu
Beleidigungen: „Sie sind doch …“ oder „Leute wie Sie, die …“.

Auch wenn Sie über eine Situation in der WEG oder in der Nachbarschaft
verärgert sind: Bleiben Sie immer sachlich und konstruktiv. Wer sich
respektlos behandelt fühlt, hat kein offenes Ohr für Ihre Argumente.
Selbst wenn Ihr Gegenüber nicht respektvoll kommuniziert: Lassen Sie
sich nicht „anstecken“. In manchem Moment ist es besser, die Konflikt-
Situation zu verlassen, wenn dadurch eine Eskalation zu verhindern ist.


 

IKuF-Tipp 3:  Lösen Sie die Konflikte durch Mediation statt
                         durch eine juristische Auseinandersetzung

Können sich die Konflikt-Parteien nicht einigen, wird der Konflikt
schließlich gerichtlich ausgetragen. Vor Gericht wird – mit (teilweise
hohem) Zeitaufwand und Kosten – eine Lösung auf der Sach-Ebene
erreicht. Eine Seite setzt sich durch, eine Seite muss nachgeben.
Oder es gibt einen Vergleich, der häufig für beide Seiten unbe-
friedigend ist.

Durch ein Gerichtsurteil oder einen Vergleich wird ein Konflikt häufig
nur vordergründig gelöst. Das Klima in der WEG oder zwischen
den Nachbarn bleibt „vergiftet“.

Eine sinnvolle Alternative zum Gerichtsverfahren ist eine Mediation.
Anders als eine Gerichtsverhandlung setzt die Mediation nicht nur
auf der Sach-Ebene an, sondern auch auf der Beziehungs-Ebene.
Der Mediator ermöglicht die Kommunikation zwischen den beiden
Konfliktparteien, die nicht mehr angemessen miteinander sprechen
können. Die Beteiligten erleben den Mediationsprozess in der Regel
als konstruktiv und produktiv.

Bei einer erfolgreichen Mediation ist die Kommunikation respektvoll;
es werden Lösungen erzielt, mit denen beide Seiten leben können.
Die Mediation wirkt daher „entgiftend“ auf das Klima und die Beziehungen.
Die Konfliktbeteiligten sind teilweise überrascht, wenn ein festgefahrener
Konflikt durch eine Mediation erfolgreich bearbeitet werden kann. Ein
weiterer Vorteil ist, dass eine Mediation meist kostengünstiger ist als
ein Gerichtsverfahren.

 

Hinweis zum Beitrag:

Generell ist es schwierig, Kenntnisse und Fähigkeiten zu einem erfolg-
reichen Umgang mit Konflikten über ein paar Tipps zu vermitteln.
Tipps können nur Anregungen sein.

Es braucht eine fundierte, tiefgehende Beschäftigung mit dem Thema,
um Veränderungen in Konfliktsituationen zu bewirken. Hier spielen
Rollenspiele und die Reflektion eigener, individueller Konflikterfahrungen/
-erlebnisse eine zentrale Rolle.

(Zur beispielhaften Verdeutlichung: Autofahren erlernen wir nicht allein
 über Tipps. Es sind eine umfangreiche Theorie und praxisnahe
 Übungen erforderlich - Stichwort: Lern-Transfer.)

Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema "Konfliktmanagement"
befassen möchten, empfehle ich Ihnen die Kurse des IKuF-Instituts
zum professionellen Konfliktmanagement.

 

Dr. Timo Müller leitet das IKuF – Institut
für Konfliktmanagement und Führungs-Bild Dr. Timo Mller 1
kommunikation (www.ikuf.de). Er ist Doktor
der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
und promovierte im Feld der Konflikt-
forschung. Als Experte für  „erfolgreiches
Konfliktmanagement" und „motivierende
Feedback-Kommunikation" engagiert er
sich im deutschsprachigen Raum als
Business-Trainer, Vortragsreferent,
Konfliktmoderator/-coach und Autor.
Er leitet neben Inhouse-Kursen auch
offene IKuF-Kurse in den Regionen
Köln, Hamburg und München.
 

   IKuF-Kurse zum Thema:

   IKuF-Kurs:  Konfliktmanagement für Führungskräfte
                 Regionen: Köln, Hamburg und München
                 (Süddeutschland/Österreich/die Schweiz)
                  Teilnehmer-Bewertungen zum Kurs:  Testimonials

   IKuF-Kurs:  Als Führungskraft erfolgreich(er) kommunizieren -
                        Präziser wahrnehmen,
bewusster kommunizieren,
                        Mitarbeiter besser motivieren

   IKuF-Kurs:  Soziale Kompetenz und Konfliktmanagement für Mitarbeiter

   IKuF-Kurs:  Effektive Feedback-Kommunikation
                 Regionen: Köln, Hamburg und München
                 (Süddeutschland/Österreich/die Schweiz)

   Alle IKuF-Kurse

   Warum wählen Sie einen Experten?

 

   "Fehlende Regeneration führt zu mehr Konflikten"

 

   "Die 4 Irrtümer des Konfliktmanagements"  (u.a. zum Thema Konflikt-Kosten)

 

   "Wann gefährden Konflikte am Arbeitsplatz unsere
    Gesundheit? – Konfliktmanagement-Kompetenzen
    als wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung"

   Weitere Artikel:
   "Artikel und Podcasts für Mitarbeiter und Führungskräfte"

                                   

   IKuF-Newsletter (kostenfrei, erscheint circa alle 8 Wochen)